Konzeption

  • DAS LEITBILD UNSERES KINDERGARTEN
  • UNSER BILD VOM KIND
    Jedes Kind ist einmalig, wertvoll, begabt, beziehungsfähig und ein aktiver, kompetenter Mitgestalter seiner Persönlichkeit sowie seiner Umwelt. Kinder sind das Potenzial der Gesellschaft und haben ein Recht auf eine gute Zukunft. Kinder erleben Veränderungen. Gesunde Beziehungen und beständige Werte stärken Kinder in der Entwicklung der Resilienz – dem Umgang mit Veränderungen.

    Jedes Kind hat ein Recht auf Anerkennung, Wertschätzung, Liebe und Eigenständigkeit. Es lernt individuell, nach seinem eigenen Tempo, durch Interaktion und Nachahmung, durch Identifizierung und konkrete Aktivität unter Einbeziehung aller Sinne.

    Jedes Kind verfügt über einen sehr komplexen, individuellen Bauplan, nach dem es sich entwickelt. Mit diesem Wissen möchten wir kompetente Begleiter unserer Kinder sein und ihnen Möglichkeiten (Umgebung, Materialien und Mitmenschen) bieten, ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

    Jedes Kind ist empfindsam, neugierig, wissbegierig und hat eine natürliche Begabung dafür, die Grenzen des Gegenständlichen zu überschreiten und Spirituelles, also „göttliche“ Dimensionen, wahrzunehmen. (1)

    Jedes Kind ist angewiesen auf stabile, tragfähige Beziehungen zu Menschen mit wahrem Interesse an ihm. Soziale Kompetenz ist nicht genetisch angelegt. Sie wird im Miteinander und Voneinander erworben und spielt in der Persönlichkeitsentwicklung eine wesentliche Rolle.
    Manchmal erleben Kinder Belastendes. Sie drücken dies auf unterschiedliche Weise aus und bedürfen dabei einer verständnisvollen und liebevollen Begleitung.

    Jedes Kind erforscht und erobert die Welt mit Unbefangenheit, es lernt staunend und voller Freude.

    (1) vgl. Religionspädagogischer BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich. Fachverlag UNSERE KINDER. Linz, 2010. S. 33.
  • UNSERE GRUNDHALTUNG
    Wir verstehen die Welt als von Gott geschaffen, uns geschenkt und anvertraut. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen bildet die Grundlage unseres Handelns.

    Wir achten alle Menschen in ihrer Einmaligkeit und Würde. Kinder, die einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören, sind uns willkommen. Ein respektvoller Umgang mit verschiedenen Weltanschauungen und Kulturen sowie die Offenheit für Neues bereichern unseren Alltag.
    Wir sehen alle Kinder als von Gott geliebt. Jedes Kind ist einzigartig und besonders. Kinder haben ein Recht auf Versorgung, Zuwendung, Spaß, Freude und Förderung ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

    Wichtigstes Instrument, um zu lernen, zu forschen und sich zu entwickeln, ist und bleibt für uns DAS SPIEL.
    Im Gegensatz zur Schule haben wir hier im Kindergarten die wunderbare Möglichkeit, lebensnahes Lernen spielerisch zu gestalten und wir können uns immer situativ und spontan mit aktuellen Dingen, die für die Kinder von Bedeutung sind, beschäftigen. Die Aktionen gehen vom Kind aus, es ist Mittelpunkt des Geschehens und wir als Pädagoginnen sind Begleiter, Beobachter, Wahrnehmer und Lernende. Wir nehmen uns als Kooperator der Entwicklung des Kindes wahr und nehmen „unsere“ Vorhaben nicht wichtiger als die Bedürfnisse unserer Kinder.

    Da wir ein katholischer Kindergarten sind, ist uns die Begegnung mit unserem Herrn Pfarrer und den Festen im kirchlichen Jahreskreis ein wichtiger Teil unserer Bildungsarbeit.
    Offene Meinungsäußerung und Zuhören, Hinterfragen und Reflektieren sind prägend für die interne Zusammenarbeit.
    Wir möchten den Kindern das Instrument der Kinderkonferenz näher bringen. Sie sollen lernen wie man gemeinsam Dinge anspricht, ausspricht, Wünsche äußert, Vorschläge bringt, Konflikte bespricht und die Gemeinschaft fördert.
    In einer Atmosphäre der Achtung, Toleranz und Offenheit bemühen wir uns um eine gelungene Bildungs­ und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern beziehungsweise Obsorgeberechtigten.
  • UNSER UMGANG MITEINANDER
    Unseren Kolleginnen begegnen wir mit Wertschätzung, Akzeptanz und Offenheit. Wir unterstützen uns gegenseitig.
    Wir sind ein Team, jeder ist wichtig, jeder ist wertvoll.
    Gemeinsam, in einem vertrauensvollen Umgang miteinander, leben wir Loyalität zu unserem Haus.

    In dieser Grundhaltung ist es möglich, sowohl Kritik zu äußern als auch sie anzunehmen. Fehler, die im alltäglichen Tun auftreten, sehen wir als Chance, Vorgänge zu reflektieren und zu verändern. In Konfliktsituationen nehmen wir auch Unterstützung von außen in Anspruch. Wir möchten die Ressourcen jeder einzelnen Mitarbeiterin nützen, um sie sinn- und wertvoll in unsere Arbeit mit unseren Kindern miteinfließen zu lassen.

    Wir lernen jeden Tag voneinander und miteinander und wachsen so gemeinsam. Dadurch können wir eine qualitätsvolle und individuelle Arbeit mit Blick auf das Kind leisten.
    Unser Umgang miteinander ist die Grundlage einer gelingenden Erziehungs­ und Bildungspartnerschaft mit den Eltern beziehungsweise Obsorgeberechtigten und Familien.
  • IMPLEMENTIERUNG DES BILDUNGSRAHMENPLANS
    in unserem Kindergarten:
  • (1) Begegnung mit christlichen Werten und Traditionen
    Die Feste im Kirchenjahr dienen als Grundlage für unsere Feste im Jahreskreis.

    Die religiösen Bereiche in den Gruppenräumen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Grundausstattung. Je nach Jahreszeit und Thema finden die Kinder in diesem Bereich besonderes Material zur Anschauung (Bücher, Bilder, Kreuze, Heiligenbilder, Naturmaterialien...). Der religiöse Bereich ist ein besonderer Platz, der zum Verweilen, zum Ruhigwerden, zum Nachdenken und Beten einladen soll.

    Der Umgang miteinander ist geprägt durch den christlichen Gedanken der Nächstenliebe. Wir Erwachsenen wollen unseren Kindern Vorbild sein.

    Einmal im Monat gehen wir mit den Kindern in unsere Kirche, wo wir ein kleines Fest der Begegnung mit unserem Herrn Pfarrer und dem zweiten Kindergarten unserer Pfarre feiern.
    Die Familien sind herzlich eingeladen, an den Festen unserer Pfarrgemeinde teilzunehmen.

    Durch verschiedene kleine Aktionen bieten wir den Eltern Anregungen an, wie sie mit den Kindern zuhause in der Familie Feste feiern können (z.B.: „Adventschachtel“: Wir packen in eine Schachtel eine Holzkrippe, eine Kerze, ein paar Kekse, Lieder und eine Geschichte und laden die Eltern ein, mithilfe dieser Dinge Advent zu feiern.)
  • (2) Emotionen und soziale Beziehungen
    Kinder sind von Beginn an soziale Wesen, deren Beziehungen von Emotionen geprägt sind. Emotional und sozial kompetente Kinder sind ihren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert, sondern nutzen die orientierende und motivierende Funktion von Emotionen (eigene Gefühle wahrnehmen, verbalisieren und kanalisieren, um mit belastenden Gefühlen konstruktiv umgehen zu können). Kinder entwickeln die Fähigkeit der Empathie sowie zum Aufbau von Emotionen.

    Im Morgenkreis gibt es jeden Tag die Möglichkeit mit den Kindern über ihr Tun und Befinden zu reflektieren. Wichtig ist uns, die positiven Dinge herauszustreichen und jedes Kind persönlich anzusprechen.

    Wir möchten die Kinder ermutigen, sich schwierigen Situationen zu stellen und selbst nach Möglichkeiten oder Ideen zur Lösung von Problemen zu suchen. Natürlich geben wir Hilfestellung, wenn die Kinder es möchten oder selbst keine Lösung finden können.

    Die Gruppengröße lässt leider nicht immer Arbeit in Klein- oder Kleinstgruppen zu. Wir sind aber bemüht, auch dem so gut es geht nachzukommen. Wir sind ein kleines Haus, daher ist es uns wichtig, dass wir uns untereinander gut kennen und viele Dinge gemeinsam gestalten (Planung und Aktivitäten).

    Resilienz - Den Selbstwert der Kinder wahrnehmen, fördern und stärken Veränderungen wahrnehmen und besprechen. Lust auf Schule machen und unser Umfeld erweitern (Schule, Gemeindeamt, andere Kindergarten).
  • (3) Ästhetik und Gestaltung
    Ästhetik und Gestaltung unterstützt die Kinder im Denken in Bildern, im Strukturieren ihrer Wahrnehmung und verleiht ihrer Kreativität Ausdruck.

    Kinder mit kreativer Kompetenz stellen gewohnte Denk- und Handlungsmuster in Frage und finden außergewöhnliche Antworten auf Herausforderungen. Im ästhetischen Bereich wird Kreativität in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen deutlich, wie z. B. im bildnerischen und plastischen Gestalten, im darstellenden Spiel, im Tanz, in der Mediengestaltung sowie in der Auseinandersetzung mit Musik und Sprache. Die Kinder sollen Möglichkeiten vorfinden, um mit verschiedensten Materialien Erfahrungen zu sammeln, Techniken auszuprobieren, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen und schöpferisch tätig zu sein.

    Die Freude am Tun steht dabei im Mittelpunkt und Vordergrund. Kinder sollen auch die Möglichkeit haben, ihre Werke zu präsentieren.
  • (4) Bewegung und Gesundheit
    Durch Bewegung erforschen und erobern Kinder ihre Umwelt, erfahren sich als selbstwirksam und werden dazu motiviert, sich weiteren Herausforderungen zu stellen. Sie entwickeln Vorstellungen über ihre körperlichen Stärken und Schwächen und gelangen auf diese Weise zu einer realistischen Selbsteinschätzung.

    Bewegungserfahrungen, vielfältige Sinneseindrücke und deren Zusammenspiel sind wesentliche Grundlagen der Selbst- und Weltbilder von Kindern.

    Zusätzlich zum alltäglichen Angebot konnten wir in den letzten zwei Jahren ein kostenloses Zusatzangebot an Bewegungseinheiten für die Kinder unserer Einrichtung anbieten. Das Land Steiermark hat in Verbindung mit der Sportunion Turneinheiten unter dem Motto: KIB – Kinder in Bewegung kostenlos angeboten.

    Beim alltäglichen Turnen ist das An- und Ausziehen sowie das Zusammenlegen der Kleidung ein wichtiger Bestandteil der Bewegungseinheit. Die Kinder erwerben dabei eine Vielzahl an Fertigkeiten und tragen Verantwortung für ihre eigenen Dinge. Die Schulung der Bewegungsarten ist uns ein Anliegen, sowie die Kräftigung der gesamten Muskulatur. Das Halten an Regeln und der soziale Aspekt fließen dabei mit ein. Auch Lauf- und Bewegungsspiele werden immer wieder im Alltag eingebaut. Das freie Spiel im Garten ist ein fixer Bestandteil im Tagesablauf.

    Einmal in der Woche bieten wir den Kindern eine gruppenübergreifende Bewegungseinheit („freies Turnen“) an.
    Bei der einmal wöchentlich stattfindenden gesunden Jause lernen die Kinder neben den entsprechenden Fertigkeiten (waschen, schälen, schneiden) auch gesunde Lebensmittel kennen und schätzen.
  • (5) Natur und Technik
    Kinder erleben in ihrer Umwelt zahlreiche naturwissenschaftliche, mathematische und technische Phänomene. Durch Experimente entdecken sie Zusammenhänge, erstellen Hypothesen, treffen Voraussagen und planen Neues.

    Vielfältige Lernerfahrungen mit Raum und Zeit, mit Formen, Farben und Größen, mathematischen Regelmäßigkeiten, belebter und unbelebter Natur und im Bereich Technik ermöglichen die Entwicklung eines verantwortlichen Umgangs mit den Ressourcen unserer Umwelt.

    Im Kindergarten wird den Kindern durch unser Materialangebot (Spiele, Bücher...) ermöglicht, sich selbstständig und selbsttätig mit Dingen oder Problemen auseinander zu setzen.
    Projekte und Experimente zum Thema Naturwissenschaft und Technik können lebensnah und situationsbedingt eingebaut werden.

    Wir versuchen jedes Jahr ein neues Projekt in Kooperation mit Partnern für unsere Kinder zu gestalten. (Im Jahr 2013/14 zum Beispiel mit der VS Eisteich - Forschen mit Magnetismus und Klimaschutz im Kindergarten mit dem Klimabündnis Österreich und Stadt Graz.)
  • (6) Ethik und Gesellschaft
    Werte stellen die Grundlage für Normen und handeln dar. Kinder erfahren diese Werte in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und gewinnen so Orientierung für ihr eigenes Denken und Handeln. Vielfältige Lerngelegenheiten unterstützen Kinder im Umgang mit ihrer Umwelt, um das Interesse für Verschiedenartigkeit und Vielfalt zu fördern.
    Individuelles Lernen steht im Zentrum unseres Tuns, damit sich Kinder als vollständiger Teil einer Gruppe erleben und so ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln.

    Interkulturelles Lernen ist durch die Tatsache, dass Kinder mit verschiedensten Erstsprachen unseren Kindergarten besuchen, selbstverständlich und auch immer wieder Thema.

    Das Zusammenleben in einer Gesellschaft bedarf gewisser Fähigkeiten und Fertigkeiten. Neben der Kommunikation ist auch ein gewisses Verständnis von Demokratie unseren Kindern zumutbar. In einer monatlichen Kinderkonferenz haben die Kinder die Möglichkeit, sich auszutauschen, Vorschläge und Ideen zu äußern, Probleme zu besprechen oder Wünsche für Vorhaben bekannt zu geben. Zuhören und Aussprechen lassen sind Dinge, die es zu erlernen und zu üben gilt.

    Der Besuch bei den Senioren in unserer Pfarre ist ein fixer Bestandteil in unserem Jahreskreis. Diese besondere Begegnung der Generationen ist eine Bereicherung beider Seiten. Die Kinder genießen die besondere Aufmerksamkeit der Senioren und Gesprächen bei Kuchen und Saft werden bei den Senioren Erinnerungen aus der eigenen Kindheit wach und umgekehrt erfreuen sie sich am lustigen Treiben der Kinder und die Kinder am gemütlichen Beisammensein mit den Senioren.
    Wir unterstützen schon seit einigen Jahren eine erfolgreiche Sportlerin im Paraolympischen Bereich. Heuer gestalteten wir eine Fahne die sie in Sotschi bei ihren Rennen begleitete. Besonders die Momente wenn sie uns in unserem Kindergarten mit ihren Medaillen besucht.
  • (7) Sprache und Kommunikation
    Sprache ist das wichtigste Medium, sich mit seiner Umwelt auseinandersetzen, sich selbst und andere verstehen zu können. Der Dialog zwischen Erwachsenen und Kindern hat eine große Bedeutung - er ist die Grundlage, Interessen und Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und ihre Entwicklung individuell begleiten zu können. Die Familiensprache verdient Wertschätzung, da Sprache und Identität eng miteinander verbunden sind.

    Durch die vom Land vorgeschriebenen sprachstandserhebungen haben wir ein wunderbares Werkzeug, um den Ist-Zustand der sprachlichen Entwicklung des jeweiligen Kindes zu beobachten und zu dokumentieren.

    Die neu angeschafften Materialien zur Sprachförderung (Spiele, Kleine-Welt-Material, belebendes Material, Handpuppe...) unterstützen uns.

    Es ist uns wichtig, den Kindern möglichst viele Sprach- und Sprechanlässe zu bieten und auch schöpferisch-kreativ mit Sprache umzugehen. Die Umgebung und Materialien sollen zum Sprechen anregen. Die Kinder sollen auch Zeit und Gesprächspartner finden, die zuhören können und sie in ihrer Aussprache und ihrem Wortschatz unterstützen und fördern.
  • (8) Partizipation und Demokratie
    Wir führen die Kinderkonferenz ein. Das Miteinbeziehen von Bedürfnissen und Themen der Kinder in unsere alltägliche Arbeit soll Kinder ermuntern, eigene Ideen in unser Tun einzubringen, um sie altersgemäß an Entscheidungen zu beteiligen.

    Einmal in der Woche laden wir zur Kinderkonferenz. Dabei haben die Kinder die Möglichkeit, eigene Wünsche für Aktivitäten und Interessen zu formulieren und zu diskutieren. Gemeinsam soll überlegt werden, wie eine Umsetzung möglich ist und was wir dazu benötigen. Einmal im Monat planen wir eine große, gruppenübergreifende Konferenz. Die Kinder erleben ihr Mitspracherecht und lernen die Funktion der Demokratie (eine eigene Meinung kund tun und vertreten, Kompromisse eingehen, wertschätzender Umgang miteinander und soziale Kompetenz).

    Der Begriff Partizipation soll auch den Eltern verdeutlicht werden, indem wir das Geschehene dokumentieren und aufzeichnen.
  • (9) Kinderkonferenz
    Wer bei der Wahl zum Vorsitzenden mitmachen möchte, legt seine Karte in den Kreis. Jede/r Anwesende ist wahlberechtigt und kann seine Stimme abgeben (Einen Stein auf die Karte des Kindes legen, dem es seine Stimme gibt). Bei Gleichstand gibt es eine Stichwahl.

    Die Aufgaben des/der Vorsitzenden sind:
    Einladen zur Konferenz
    Begrüßung
    Moderation der Konferenz
    Bedanken und Verabschiedung